Lackverbrauch bei Holzoberflächen: Festkörper, DFT und Auftragswirkungsgrad

Die technische Formel 10 × Festkörper / DFT, warum die Spritzpistole ein Drittel bis zwei Drittel davon frisst und wie man Liter pro Auftrag plant.

Die Formel, die nicht auf der Dose steht

Die theoretische Ergiebigkeit in m²/L ist 10 × Volumenfestkörper in % geteilt durch die Trockenfilmdicke in µm. Die Rechnung ist reine Geometrie: Ein Liter Lack, 100 µm nass aufgetragen, deckt 10 m², wenn er zu 100 % aus Festkörper bestünde - und nur der Festkörper überlebt in den Trockenfilm. Ein 2K-Polyurethan mit 40 % Festkörper bei 35 µm Ziel deckt damit 10 × 40 / 35 = 11,43 m²/L auf dem Papier. Lackverbrauch rechnet diese Formel und alles, was danach kommt.

Auftragswirkungsgrad: wohin der Lack wirklich geht

Zwischen Pistole und Werkstück verschwindet Lack: Konventionelles Druckluftspritzen bringt nur 30-35 % des Gespritzten aufs Teil, Airless etwa die Hälfte, HVLP 65-90 % je nach Einstellung, Pinsel und Rolle über 90 %. Multipliziere die theoretische Ergiebigkeit mit dem Auftragswirkungsgrad, und du hast den Praxiswert: Aus 11,43 m²/L Polyurethan werden durch eine HVLP-Pistole bei 65 % noch 7,43 m²/L. Eine Tür von 12 m² in zwei Schichten braucht mit HVLP 3,2 L, mit einer konventionellen Pistole aber 6,0 L - gleicher Auftrag, doppelte Lackrechnung.

Technische Merkblätter lesen, ohne sich täuschen zu lassen

Herstellerangaben zur Ergiebigkeit setzen den idealen Auftrag voraus: NC-Lack mit 20,6 % Festkörper bei 25-38 µm nennt 6,6-7,9 m²/L, ein 2K-PU bei 25 µm rund 16 m²/L theoretisch. Diese Zahlen sind mit Pinsel oder Rolle auf gutmütigem Untergrund erreichbar und mit konventionellem Spritzen um die Hälfte zu optimistisch. Nutze den Merkblatt-Modus in Lackverbrauch für den Pinselauftrag, den technischen Modus mit gemessenem Auftragswirkungsgrad für das Spritzen - und glaube keinem von beiden, bis dein eigenes Betriebsprotokoll es bestätigt.

Realitätscheck speziell für Holz

Holz trinkt: Hirnholz und MDF-Kanten saugen die erste Schicht auf, deshalb versiegeln Betriebe Rückseiten und Kanten vor dem Farbauftrag. Profilierte Flächen - Profilleisten, geschnitzte Füllungen, Lamellentüren - tragen 10-30 % mehr Fläche als ihre Grundfläche; schlage den Zuschlag in Lackverbrauch auf und kalkuliere entsprechend. Auch die Feuchte zählt: Über der Gleichgewichtsfeuchte des Zielklimas zu lackieren ist der Grund, warum Oberflächen Monate später versagen - im Detail behandelt das GFE.

Liter, Kosten und das Angebot

Lackliter = Fläche × Schichten × (1 + Formzuschlag) / praktische Ergiebigkeit. Mit dem Literpreis multipliziert, ist das die Oberflächenzeile jedes Angebots. Der Produktivitätshebel steckt offensichtlich in den Zahlen: Wer eine Türenfertigung von konventionellem Spritzen auf eingestellte HVLP umstellt, halbiert den Lackverbrauch bei gleichem Schichtaufbau - der Film selbst bleibt gleich, nur der Verlust sinkt. Die Zielschichtdicken stehen im Merkblatt des Lacksystems; die Ergiebigkeitsrechnung darüber hält die Hilfsstoffzeile ehrlich.

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